Sonntag, 23. November 2014
Die Magie der Meerjungfrau, Teil 8
Der Meermann kam näher. Lilay wartete. Er hatte sie fast erreicht. Noch immer gab es kein Anzeichen eines Angriffs. Aber entspannen konnte sie sich noch nicht.
Er hob die Hände um zu zeigen, dass er unbewaffnet war, aber auch er schien auf der Hut zu sein. Verständlich, immerhin hatte er gesehen, wie sie Magie eingesetzt hatte. Also war sie nie wirklich unbewaffnet, selbst wenn sie keine Waffe dabei hatte.
Endlich sprach er.
"Wie kommt es, dass du Magie einsetzen kannst? Ich dachte, alle hätten ihre Magie verloren."
Sie antwortete nicht. Er wartete kurz und sprach dann weiter.
"Keine Angst, ich verrate dich nicht. Im Gegenteil, ich würde dir gerne helfen. Ich bin Merim."
Lilay war noch immer skeptisch aber nickte vorsichtig. Sie könnte ihm ja etwas folgen und wenn sie merkte, dass es eine Falle war, schnell verschwinden. Sie war inzwischen stärker als früher und sollte keine Schwierigkeiten haben, einen Gegner ohne magische Kräfte zu bezwingen.
Er schien erleichtert.
"Mein Dorf liegt etwa zwei Meilen in die Richtung"
sagte er und deutete hinter sich.Dann schwamm er voran und Lilay folgte ihm.

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Mittwoch, 12. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen, Teil 7
Sie schwamm weit, weit hinaus, weiter, als sie jemals von der Stadt fortgeschwommen war. Schließlich fand sie eine Unterwasserhöhle, versteckt in einem Riff in Küstennähe, wo sie sich ersteinmal provisorisch einrichtete. Irgendwo musste sie ja wohnen, bis sie zurück kehren konnte. Nur dass sie leider noch gar keinen Plan hatte. Zunächst einmal musste sie jedoch stärker werden und ihre Kräfte trainieren. Sonst wäre jedes Unterfangen von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Die nächsten Tage und Wochen trainierte sie also jeden Tag, erschuf Wasserstrudel und stieß Felsbrocken mit der Wasserströmung aus dem Weg., getrieben von Wut und Hass. Die Fische berichteten ihr, was in ihrer Heimat vor sich ging.
Eines Tages, als sie wieder am trainieren war, bemerkte sie eine Gestalt, die nicht in die sonstige leere Umgebung passte. Alarmiert machte sie sich kampfbereit. Es war ein junger Meermann, der sie beobachtete. Allerdings hielt er Abstand, also schien er nicht hier zu sein, um sie festzunehmen oder anzugreifen. Aber was wollte er dann? Und wie hatte er sie hier gefunden?

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Samstag, 8. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen, Teil 6
Hilfslos musste Lilay mit ansehen, wie ihre Familie fortgeführt wurde. Klar hätte sie ihre Magie einsetzen können um sie zu befreien, aber was dann? Dann wären sie alle auf der Flucht und nur noch mehr Feinde würden sie verfolgen. Außerdem war sie nicht so stark. Whirlpools erschaffen? Ja klar, das konnte sie, aber die waren mickrig klein und hier wohl kaum eine Hilfe. Aber es war immer noch ihre Familie, die ihretwegen verhaftet wurde. Sie musste doch etwas tun. Gegen jedes besseren Wissens wollte sie hervorkommen und ihnen helfen, als sie den Blick ihrer Mutter auffing. Uns geht es gut, schien er zu sagen. Komm auf keinen Fall hierher. Tränen traten dem Mädchen in die Augen, Tränen der Frustration angesichts ihrer Machtlosigkeit.
Als die Gruppe außer Sicht war, schwamm sie in die entgegengesetzte Richtung fort. Hinaus aus der Stadt und in die weite des Ozeans. Aber sie schwor sich, dass sie zurück kommen würde, ihre Familie befreien und die Terrorherrschaft von Quinten ein für alle mal zu beenden.

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Donnerstag, 6. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen, Teil 5
Besagter Finsterling war alles andere als erfreut, als er erfuhr, dass ihm eine Zauberin entkommen war. Er wurde fuchsteufelswild und befahl schließlich seinen gemeinsten und fiesesten Anhängern sofort zu dieser Meerjungfrau aufzubrechen und sie festzunehmen.
Zehn von ihnen brachen kurz darauf auf und schwammen zielstrebig zu dem Haus am Stadtrand, wo die Meerjungfrau zu wohnen schien.

Kaum das sie den Haien entkommen waren, waren Lilay und ihr Bruder heimgeschwommen und hatten ihrer Mutter berichtet was geschen war. Schon fast panisch suchte diese darauf einige Dinge für ihre Tochter zusammen und packte sie in einen Rucksack. Dann schickte sie sie fort. Nicht weil sie wütend war, sondern um sie alle zu schützen. Wenn Lilay nicht da wäre, wenn sie kamen, konnten sie sie nicht mitnehmen und wenn die Gesucht nicht in diesem Haus wäre, würde auch sonst niemandem etwas geschehen, so dachte die Familie.
Als die Soldaten des Beraters eintrafen, war Lilay gerade erst fort. Sie versteckte sich in der Nähe um zu sehen was geschah. Die Tür wurde aufgebrochen. Lärm drang hinaus, sowie die aufgeregten Stimmen ihrer Mutter und ihres Bruders, gemischt mit den zornigen, bösartigen der anderen. Dann kamen sie wieder hinaus und zwischen sich führten sie Lilays Familie.

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Mittwoch, 5. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen, Teil 4
Es war einfach Pech. Zur falschen Zeit am falschen Ort, die Falschen die zusahen.
Als Lilay ihren Bruder von der Schule abholte, wurden sie von den Anhängern Quintens angegriffen. Die Geschwister schwammen so schnell sie konnten und versteckten sich schließlich in einer Felsspalte, die zu eng für ihre Verfolger, die Haie, war.
Ängstlich sahen sie, wie die Jäger immer wieder gegen den Spalt krachten, in dem Versuch hineinzugelangen. Durch die Erschütterungen begannen sich überall Felsbrocken zu lösen. Plötzlich stürzte einer direkt auf Lilay und ihren Bruder zu. Ausweichen war unmöglich.
Lilay warf sich schützend über ihren Bruder. Wenn sie jetzt nichts tat, würden sie beide sterben. Sie hob die Hand, beschwor ihre Magie und stieß den Felsen beiseite. Nun waren sie zwar vor dem Felssturz gerettet, aber dafür wussten die Haie nun, dass sie Kräfte hatte. Und mit Sicherheit würden sie es Quinten berichten.

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Dienstag, 4. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen, Teil 3
Einige Zeit später erkannte man die Stadt nicht mehr wieder, grau und trüb. Die einstmals lebendige Stadt schien beinah eine Geisterstadt geworden zu sein. Kaum einer traute sich mehr, länger als notwendig draußen unterwegs zu sein.
Haie, Feuerqualeen und andere gefährliche Jäger der Meere kamen immer wieder in die Stadt und schnappten sich jeden, den sie kriegen konnten, als wenn sie den Befehlen einer Person folgen würden. und das taten sie auch. Sie folgten Quintens Befehlen.
Alle lebten in Angst vor ihm, besonders Lilay und ihre Familie. Sie musste nun noch mehr aufpassen nicht entdeckt zu werden. Aber lange sollte dies nicht mehr gut gehen.

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Montag, 3. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen, Teil 2
Es war also nicht alles so schön und friedlich wie es auf den ersten Blick schien. Und wenn man noch etwas tiefer sah, merkte man eine Finsternis in den Herzen einiger, die stetig wuchs.
Bei einer Person war diese Finsternis schon so groß geworden, dass sie sie vollständig verschlang und Besitz von ihr ergriff, mit dem Ziel alle Magie zu vernichten und allein mit Dunkelheit und Furcht über alle zu herrschen.

Unruhe machte sich in der Bevölkerung breit, als immer weniger Meermenschen Magie wirken konnten. Langsam, Stück für Stück, fielen sie alle einer geheimnisvollen Krankheit zum Opfer, nach der sie, als sie sich erholt hatten, keinen Zugriff mehr auf ihre besonderen Fähigkeiten hatten. Schließlich erkrankte auch die Königsfamilie. Einzig der Berater des Königs, Quinten, schien gegen diese Krankheit immun zu sein. Der einzige, bis auf Lilay.
Auch sie war von der Krankheit verschont geblieben, auch wenn sich niemand darüber wunderte. Immerhin betraf es ja nur diejenigen, die Magie wirken konnten, oder? Nur sie selbst grübelte darüber nach, warum ausgerechnet sie und der Berater verschont blieben.

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Sonntag, 2. November 2014
Die Magie der Meerjungfrauen
Wie schon im vorherigen Beitrag angekündigt, mache ich bei einer Aktion mit. "Creative Every Day Month". Hier ist, mit einem Tag Verspätung mein erster Beitrag.

Weit, weit draußen im Meer, genauer gesagt auf dem Meeresgrund, liegt eine versunkene Stadt.
Alles glänzt und funkelt in grün, blau und elfenbein. Bunt schillernde Fische huschen zwischen Korallen umher und die Muscheln präsentieren ihre Perlen voller Stolz den Meeresbewohnern, die keineswegs nur die üblichen Fische, Quallen, Haie, Delfine und Wale sind. Diese geheimsnisvoll schimmernde Stadt tief im Meer wird von Meermenschen bewohnt. Meerjungfrauen und Meermänner. Ihr Oberkörper ist menschlich, von der Hüfte abwärts haben sie jedoch einen Fischschwanz.
Die Lebensweise der Meermenschen unterscheidet sich gar nicht so sehr von unserer. Eigentlich ist es sogar genau wie unseres, bis auf die Tatsache, dass sie im, beziehungsweise unter dem Wasser leben.
Und sie haben eine Königsfamilie.
Aber denkt jetzt nicht, diese Geschichte handle von Prinzen und Prinzessinen. Nein, die Hauptperson ist ein ganz normales Meerjungfrauenmädchen, das am Rande der Stadt lebte. Ihr Name war Lilay. Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Mutter führte sie dort ein unauffälliges Leben, ging zur Schule und zur Arbeit. Aber sie hatte auch ein Geheimnis.
Obwohl dies eigentlich ein Privileg der Oberschicht war, konnte Lilay Magie wirken. Sie konnte die Ströme des Wassers beeinflussen, Wasserstrudel erschaffen und mit allen Tieren des Ozeans sprechen. Wenn dies jemand herausgefunden hätte, hätte man sie und ihre Familie gefangen genommen und weggesperrt.

Fortsetzung folgt

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